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Projekt: Spielzeugfreier Kindergarten



Projekt: Spielzeugfreier Kindergarten

Nachdem alle Kinder nach den Ferien wieder im Kindergarten eingetroffen sind und sich die Finken angezogen haben, blieben wir noch auf den Bänken in der Garderobe sitzen.

Heute startet endlich unser 7-wöchiges Projekt.

Vor den Sportferien haben wir alle unsere Spielsachen in die Ferien geschickt. Unsere Regale wurden mit Tücher, Kartonschachteln, Wäscheklammern, Schnur, Brettern, Steinen und vielem mehr gefüllt. Dies soll in den nächsten 7 Wochen, zwischen Sportferien und Frühlingsferien unser Spielmaterial sein.

Es dauerte etwa 15 Minuten, bis die ersten Kinder bereits eine Hütte gebaut oder einen Thron für den König hergerichtet hatten. Der König musste beschützt und verteidigt werden. Die vielen Ritter und Kämpfer hatten eine Menge zu tun. Das anstrengende Kämpfen und Verteidigen gab grossen Hunger. Somit assen die Kinder bereits um 09.00 Uhr ihr Znüni.

Wir wussten nicht, dass wir bereits am 3. Tag des Projektes unsere erste Katastrophe erleben würden. Am Abend zuvor hatte es geregnet. Alle Abläufe waren verstopft. Zudem machte uns eine riesige Meerwelle grosse Sorgen. Nun hiess es schnell in die Höhe steigen um uns vor dem drohenden Hochwasser zu retten!!!

Damit wir wieder zu unseren Häusern und zu unseren Freunden gehen konnten, mussten wir uns einige Übergänge und Brücken bauen.

Nach dem Hochwasser lag richtig viel Mut in der Luft. Wir sprangen von einem Tisch zum anderen. Die Abstände zwischen den Tischen, wurde immer länger, die Herausforderungen immer schwieriger.

Der König musste auch noch jeden Tag beschützt werden. Kämpfe lagen an der Tagesordnung. Als dann ein Krieger eine Beule abbekommen hatte, kamen alle Kinder zum Schluss, dass es jetzt besser wäre, nicht mehr zu kämpfen, sondern etwas Anderes miteinander zu spielen.

Nach etlichen Diskussionen und Überlegungen kamen der Gruppe wieder ganz tolle andere Ideen in den Sinn.

Nachdem einige Kinder am vergangenen Wochenende an der Fasnacht waren, sei es an einem Umzug oder selber in einer Fasnachtsgruppe mitwirkten, brachten sie die Guggenmusik auch in den Kindergarten. Als Abschluss des Kindergartentages gab unsere Piratencrew-Band ein Konzert. Am kommenden Morgen musste erneut eine Bandprobe abgehalten werden. Leider waren nicht alle Bandmitglieder anwesend, somit mussten Neue gesucht und etwas improvisiert werden.

Einige der Kinder haben sich vom Wetter draussen inspirieren lassen und den Frühling in den Kindergarten geholt. Wenn kein Frühling draussen ist, dann halt im Kindergarten. Da wir eine sehr praktische Konstruktion im Kindergarten haben, konnten die Kinder sich selber Schaukeln bauen.

Auch heute haben unsere Musiker die Proben wieder begonnen. Der Elan war heute so gross, dass das Mikrofon geplatzt ist und die Schlagzeugschläger zerbrochen sind. Aber dies soll einem ja nicht von der Probearbeit abhalten. Ersatz wurde schnell wieder gefunden. Die Konzerte wurden mangels Übungszeit abgebrochen und verschoben.

Nach einigen Tagen Projekt, fühlten sich einige Kinder tierisch gut. Sie hatten die Idee, einen Zirkus zu machen. Nach einiger Übungszeit wurden die restlichen Kinder zur Zirkusshow eingeladen.

Auch Waldtage dürfen in diesem Projekt nicht fehlen. Im Gegensatz zu den letzten paar Tagen hatten wir heute wunderschönes Wetter. Als erstes haben wir unseren Platz angeschaut und inspiziert. Es ging nicht lange, bis die ersten Kinder bereits im Wald ins Spielen gekommen sind.

Nach dem Znüni wurde es langsam immer ruhiger. Die Kinder suchten sich bequeme Plätzchen, bauten sich bequeme Erholungsorte. Die frische Luft hat den Kindern viel Energie gekostet.

Nach 3 Wochen Zirkus, Musikband, Hochwasser, Hüttenbauen und Schaukeln kam nun das erste Mal ein Einbruch. Die Kinder hatten Mühe, in das Spiel zu kommen. Sie haben es zuerst mit einer Zirkus-show versucht, klappte jedoch nicht ganz. Anschliessend kam eine kreativ-schöpferische Zeit. Sie mussten wieder neue Ideen suchen, welche auch gefunden wurden. Sie bauten eine Kutsche und gingen auf die Reise. Etwas später wurden die Kinder zu Detektiven und spielten zuerst «die ???» und danach «die 5 Freunde».

Heute wurde an den verschiedenen Projekten weitergearbeitet. Der Zirkus machte wieder seine Tore auf.

Natürlich ist auch während diesem Projekt nicht einfach alles super und schön. Es entstanden auch Konflikte, welche die Kinder selber versuchten zu lösen. Und es mussten einige Konflikte untereinander besprochen und ausgetragen werden.

Nach 4 Wochen Projekt kam das Thema « Superhelden». Wir hatten Spiderman, Superman, Hulk, Powerman und noch einige andere Helden, die sich am Projekt beteiligten. Alle waren stark, energie-geladen und voller Tatendrang.

Als ich nach einer Woche Weiterbildung wieder zurück im Kindergarten kam, musste ich mich zuerst wieder an die Raumgestaltung gewöhnen.

Für meine Begriffe war im Zimmer ein riesen Chaos. Als ich die Kinder gefragt habe, was sie dazu sagen, meinten sie…»ööööö nei isch nid so schlimm.» Na dann, soll es wohl so sein.

Am zweiten Tag meiner Rückkehr, erhielt ich den Eindruck, dass wenn zu viele Materialien und Utensilien auf dem Boden liegen, und man fast kein Platz mehr hat zum Durchgehen, dass die Kinder fast nichts mehr spielen können. Denn heute fanden viele Streitereien, Zankereien und wildes Getue statt. So klingelte ich als Kindergärtnerin auf dem blauen Stuhl. Alle versammelten sich um mich. Ich sagte den Kindern, dass ich mich nicht mehr wohlfühle und es mir ein zu grosses Chaos sei im Zimmer.

Was wir nun tun wollten, fragte ich sie daraufhin Es kam von allen die gleiche Antwort. «Jo de müesse mir ufrume ☹»

Das Aufräumen zeigte sich als Erfolg, denn an den folgenden Tagen konnten die Kinder wieder einige Spielideen kreieren und verwirklichen.

In der letzten Woche stand das Aufräumen im Zentrum. Denn auch nach zwischenzeitlichen Aufräumaktionen und sonst nur das Nötigste aufräumen, standen einige Sortier- Flick- und Aufräumarbeiten an. Am Schluss der Woche durften die Kinder noch die Videosequenzen anschauen.

So ging ein spannendes, herausforderndes und erfolgreiches Projekt zu Ende.